Ich hab gerade einige Zeltlageranmeldung alphabetisch sortiert und musste schockiert an das Stand-Up Programm des 13-jährigen Seth Rogen denken...:
Dreizehn.
Donnerstag, 23. April 2009
Mittwoch, 22. April 2009
Dude ...!

Warum hat mir das niemand früher gesagt? Jorge Garcia (Darsteller von Hurley in LOST) bloggt. Über die Gurken aus seiner Gartensalatbar, Halloweenkostüme, Betrunkene, die in seinem Baum hängen, die schimmelige Avocado, die jemand in dem Kühlschrank seines Trailers vergessen hat und das Schinkensandwich, das er einmal unüberlegt an ein Wildschwein am Set verfütterte (True Story.).
Und als Einführung in die wundersame Welt des Jorge Garcias eignet sich hervorragend dieser Ausschnitt aus seinem Auftritt in der Bonnie Hunt-Show.
Die schwärmerischen Kommentare der Jezebelleusen erinnern mich irgendwie an die hormonell überladenen Lachanfälle der vierzigjährigen Frauen in dieser Roger-Willemsen-Lesung bei der ich mal war. Aber ebenso wie damals das enorm hohe Stöhnlachen der Damen im Publikum sind auch die Kommentare auf Jezebel vollkommen gerechtfertigt. Jorge Garcia ist großartig.
http://jezebel.com/5221755/hurley-from-lost-makes-his-own-halloween-costumes#viewcomments
http://dispatchesfromtheisland.blogspot.com
Dienstag, 21. April 2009
What's In The Box?
**
J.J. Abrams (Erfinder von Lost, Alias und Fringe, Regisseur eines Mission Impossible und des neuesten Star Trek-Films, Drehbuchautor von In Sachen Henry und somit mit verantwortlich für den Niedergang von Harrison Fords Karriere....nennen wir die Dinge mal beim Namen!) und Steven Spielberg haben etwas* gemeinsam. Beide sind in diesen Tagen Gast-Redakteure zweier großer Magazine. Spielberg bei der Jubiläumsausgabe des britischen Empire-Magazins und Abrams bei dem etwas bekannteren amerikanischen Magazin WIRED.
Ich hab mir noch nie eine Ausgabe von WIRED gekauft, weil ich, wenn ich zehn € übrig habe, sie lieber in eine Ausgabe von EMPIRE investiere. Allerdings bin ich gerade über diesen Movieline-Post und den zugehörigen NYT-Artikel (lesen!) darauf gestoßen, dass die WIRED Abrams Ausgabe von einem riesigen subtil gelegten Rätselteppich durchzogen sein soll, der die Leser auf diverse Internetseiten führt. Das klingt meiner Meinung nach phänomenal.
Und es erinnert mich ein bisschen an meine erste Begegnung mit einem Internet- Alternate Reality Game, zu Spielbergs Kubrick-Film A.I. - Artificial Intelligence aus dem Jahr 2001. Ich glaube darüber muss ich mal was schreiben. Diese Erfahrung von Webseiten, die in einer inszenierten Realität spielten zu machen, einige Monate, nachdem wir überhaupt erst einen Internetanschluss bekamen war geradezu magisch und scheint heute gleichzeitig Jahrhunderte entfernt...
*Als ich Abrams zum ersten Mal reden hörte und sah, erinnerte er mich irgendwie an Spielberg. Er faltete nicht seine Hände und seine Aussprache schien auch ganz anders. Aber ich glaube, dass sein jugendlicher Enthusiasmus und seine Begeisterung mich irgendwie an Spielberg erinnerten.
** Mmmmhhhhh.
J.J. Abrams (Erfinder von Lost, Alias und Fringe, Regisseur eines Mission Impossible und des neuesten Star Trek-Films, Drehbuchautor von In Sachen Henry und somit mit verantwortlich für den Niedergang von Harrison Fords Karriere....nennen wir die Dinge mal beim Namen!) und Steven Spielberg haben etwas* gemeinsam. Beide sind in diesen Tagen Gast-Redakteure zweier großer Magazine. Spielberg bei der Jubiläumsausgabe des britischen Empire-Magazins und Abrams bei dem etwas bekannteren amerikanischen Magazin WIRED.
Ich hab mir noch nie eine Ausgabe von WIRED gekauft, weil ich, wenn ich zehn € übrig habe, sie lieber in eine Ausgabe von EMPIRE investiere. Allerdings bin ich gerade über diesen Movieline-Post und den zugehörigen NYT-Artikel (lesen!) darauf gestoßen, dass die WIRED Abrams Ausgabe von einem riesigen subtil gelegten Rätselteppich durchzogen sein soll, der die Leser auf diverse Internetseiten führt. Das klingt meiner Meinung nach phänomenal.
Und es erinnert mich ein bisschen an meine erste Begegnung mit einem Internet- Alternate Reality Game, zu Spielbergs Kubrick-Film A.I. - Artificial Intelligence aus dem Jahr 2001. Ich glaube darüber muss ich mal was schreiben. Diese Erfahrung von Webseiten, die in einer inszenierten Realität spielten zu machen, einige Monate, nachdem wir überhaupt erst einen Internetanschluss bekamen war geradezu magisch und scheint heute gleichzeitig Jahrhunderte entfernt...
*Als ich Abrams zum ersten Mal reden hörte und sah, erinnerte er mich irgendwie an Spielberg. Er faltete nicht seine Hände und seine Aussprache schien auch ganz anders. Aber ich glaube, dass sein jugendlicher Enthusiasmus und seine Begeisterung mich irgendwie an Spielberg erinnerten.
** Mmmmhhhhh.
Sonntag, 19. April 2009
How We Can All Get By Together
Vor ein paar Tagen berichtete Alix Spiegel in ihrem Beitrag On The Edge: 15 Days From Homeless für NPR über eine 38-jährige Amerikanerin, die noch vor wenigen Wochen einen Job im Personalbereich hatte bis auch ihr Unternehmen von der Wirtschaftskrise erfasst wurde und ihr gekündigt wurde. Die Ausweglosigkeit ihrer Situation stürzte die Frau in eine tiefe Depression.
Dann, kurz nachdem sie ein weiteres Mal nach einem Jobinterview eine Absage bekam, brach in einer Nachbarwohnung ihres Appartmenthauses ein Brand aus. Ein großer Teil der Wohnungsdecke brach ein und eine fehlerhafte Sprenkleranlage setzte die gesamte Wohnung unter Wasser.
Diese Geschichte von Sylvia Martinez macht traurig und wütend.
Wie viele Situationen, Schicksale und Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft. Und als ich den Beitrag hörte musste ich automatisch auch kurz an Betroffenheitsreportagen und -portraits aus den Boulevardprogrammen denken. Geschichten, die in ihrer Tragik, einen Schauwert entwickeln, die den verzeifelten Hausfrauen, Arbeitslosen und Henryk M. Broder, die diese Sendungen gucken, zeigen, dass ihre Existenz doch nicht so trostlos ist, wie sie denken*.
Öffentlich-rechtlicher Journalismus muss selbstverständlich über das berichten, was eine Wirtschaftskrise mit den Menschen macht. Auch wenn die Vorführung von Geschichten, wie der von Sylvia Martinez weh tut und alles etwas verrückt erscheinen lässt, wenn man vor seinem Computer sitzt, seine Hausarbeit schreibt und sonst nicht viel zu fürchten hat. Die Frage nach der Konsequenz dieser kleinen Reportage brachte mich zu einem anderen Beitrag, in der großartigen National Public Radio-Reihe This I Believe.
This I Believe ist eine bemerkenswerte Sammlung von subjektiven Schilderungen des Glaubens an die unterschiedlichen Werte und Gegenstände unserer Zeit**.
Letzte Woche sprach Eve Birch in ihrem TIB-Aufsatz The Art Of Being A Neighbor von einem Leben, das einmal so ähnlich verlief, wie das von Sylvia Martinez. Birch verlor ihren Job und ihre Wohnung und besaß nichts mehr außer ein bisschen Kleingeld und ihrem Auto. Damit fuhr sie irgendwo in die Berge und richtete eine kleine Hütte wieder her, in der sie von nun an für einige Zeit lebte. In dieser Zeit erfuhr sie die Hilfe von vielen "Nachbarn", die vorbei kamen, ihr nützliche Utensilien brachten und sie auf die unterschiedlichsten Arten Willkommen hießen und für sie da waren. Später ist Eve Birch zurück in die Stadt gegangen, wo sie selbst eine Wohngemeinschaft einrichtete, für Menschen, die wie sie durch einen Schicksalsschlag alles verloren hatten.
Hier kann man sich Eve Birch's essay anhören, was ich sehr empfehle. Und hier folgen einige einleuchtende Passagen:
Was Eve Birch erzählt ist meiner Meinung nach die, ...DIE Konsequenz der Geschichte von Sylvia Martinez. Und sie wird auch in den Kommentaren zu dem Bericht über Martinez deutlich.
Diese Konsequenz, welche die Frage aufwirft, was ich selbst für andere tue, die weniger Glück haben als ich, erinnert mich auch an die Einrichtungen in manchen unserer Kirchengemeinden, wie Kleiderkammern oder Tafeln. Und ich muss daran denken, wie der Vater einer Freundin vor kurzem davon erzählte, wie schwierig es sei in seiner Kirchengemeinde die Einrichtung für diejenigen, die den Umgang mit Geld nie gelernt haben, die Keines haben oder bei denen es nicht mehr für Kleidung und Essen reicht, aufrecht zu erhalten. Er erzählte, dass in den Gremien der Gemeinde Angst ausgedrückt wurde (weil entsprechende Situationen wohl auch schon vorgefallen sind) , dass manche der Gäste der caritativen Einrichtungen die Räume beschädigten oder irgendwelche Dinge stahlen.
Aber ...besser als sich über die leider häufig auftretende Starrköpfigkeit und mangelnde Offenheit mancher Kirchengemeinden aufzuregen sollte ich wohl besser schauen, wo ich selbst mithelfen und etwas verändern kann.
Und das bringt mich zu einem Blogeintrag von Devin Faraci, den ich irgendwie sehr gelungen fand. Es geht um eine hübsche Obdachlose, die Devin im Touri-McDonalds in L.A. traf, um das Springen über den eigenen Schatten, um Oberflächlichkeit und darum das Leben als Film zu erleben.
*Der gleiche Grund, weshalb ich immer Six Feet Under schaute.
** Da schlägt mein Anthropologinnenherz höher.
Dann, kurz nachdem sie ein weiteres Mal nach einem Jobinterview eine Absage bekam, brach in einer Nachbarwohnung ihres Appartmenthauses ein Brand aus. Ein großer Teil der Wohnungsdecke brach ein und eine fehlerhafte Sprenkleranlage setzte die gesamte Wohnung unter Wasser.
Diese Geschichte von Sylvia Martinez macht traurig und wütend.
Wie viele Situationen, Schicksale und Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft. Und als ich den Beitrag hörte musste ich automatisch auch kurz an Betroffenheitsreportagen und -portraits aus den Boulevardprogrammen denken. Geschichten, die in ihrer Tragik, einen Schauwert entwickeln, die den verzeifelten Hausfrauen, Arbeitslosen und Henryk M. Broder, die diese Sendungen gucken, zeigen, dass ihre Existenz doch nicht so trostlos ist, wie sie denken*.
Öffentlich-rechtlicher Journalismus muss selbstverständlich über das berichten, was eine Wirtschaftskrise mit den Menschen macht. Auch wenn die Vorführung von Geschichten, wie der von Sylvia Martinez weh tut und alles etwas verrückt erscheinen lässt, wenn man vor seinem Computer sitzt, seine Hausarbeit schreibt und sonst nicht viel zu fürchten hat. Die Frage nach der Konsequenz dieser kleinen Reportage brachte mich zu einem anderen Beitrag, in der großartigen National Public Radio-Reihe This I Believe.
This I Believe ist eine bemerkenswerte Sammlung von subjektiven Schilderungen des Glaubens an die unterschiedlichen Werte und Gegenstände unserer Zeit**.
Letzte Woche sprach Eve Birch in ihrem TIB-Aufsatz The Art Of Being A Neighbor von einem Leben, das einmal so ähnlich verlief, wie das von Sylvia Martinez. Birch verlor ihren Job und ihre Wohnung und besaß nichts mehr außer ein bisschen Kleingeld und ihrem Auto. Damit fuhr sie irgendwo in die Berge und richtete eine kleine Hütte wieder her, in der sie von nun an für einige Zeit lebte. In dieser Zeit erfuhr sie die Hilfe von vielen "Nachbarn", die vorbei kamen, ihr nützliche Utensilien brachten und sie auf die unterschiedlichsten Arten Willkommen hießen und für sie da waren. Später ist Eve Birch zurück in die Stadt gegangen, wo sie selbst eine Wohngemeinschaft einrichtete, für Menschen, die wie sie durch einen Schicksalsschlag alles verloren hatten.
Hier kann man sich Eve Birch's essay anhören, was ich sehr empfehle. Und hier folgen einige einleuchtende Passagen:
I used to believe in the American dream that meant a job, a mortgage, cable, credit, warranties, success. I wanted it and worked toward it like everyone else, all of us separately chasing the same thing.Den gesamten essay kann man auf der Seite von npr lesen.
(...)
The locals knew nothing about me. But slowly, they started teaching me the art of being a neighbor. They dropped off blankets, candles, tools and canned deer meat, and they began sticking around to chat. They'd ask if I wanted to meet cousin Albie or go fishing, maybe get drunk some night. They started to teach me a belief in a different American dream — not the one of individual achievement but one of neighborliness.
(...)
What I had believed in, all those things I thought were the necessary accouterments for a civilized life, were nonexistent in this place. Up on the mountain, my most valuable possessions were my relationships with my neighbors.
(...)
The American dream I believe in now is a shared one. It's not so much about what I can get for myself; it's about how we can all get by together.
Was Eve Birch erzählt ist meiner Meinung nach die, ...DIE Konsequenz der Geschichte von Sylvia Martinez. Und sie wird auch in den Kommentaren zu dem Bericht über Martinez deutlich.
Diese Konsequenz, welche die Frage aufwirft, was ich selbst für andere tue, die weniger Glück haben als ich, erinnert mich auch an die Einrichtungen in manchen unserer Kirchengemeinden, wie Kleiderkammern oder Tafeln. Und ich muss daran denken, wie der Vater einer Freundin vor kurzem davon erzählte, wie schwierig es sei in seiner Kirchengemeinde die Einrichtung für diejenigen, die den Umgang mit Geld nie gelernt haben, die Keines haben oder bei denen es nicht mehr für Kleidung und Essen reicht, aufrecht zu erhalten. Er erzählte, dass in den Gremien der Gemeinde Angst ausgedrückt wurde (weil entsprechende Situationen wohl auch schon vorgefallen sind) , dass manche der Gäste der caritativen Einrichtungen die Räume beschädigten oder irgendwelche Dinge stahlen.
Aber ...besser als sich über die leider häufig auftretende Starrköpfigkeit und mangelnde Offenheit mancher Kirchengemeinden aufzuregen sollte ich wohl besser schauen, wo ich selbst mithelfen und etwas verändern kann.
Und das bringt mich zu einem Blogeintrag von Devin Faraci, den ich irgendwie sehr gelungen fand. Es geht um eine hübsche Obdachlose, die Devin im Touri-McDonalds in L.A. traf, um das Springen über den eigenen Schatten, um Oberflächlichkeit und darum das Leben als Film zu erleben.
*Der gleiche Grund, weshalb ich immer Six Feet Under schaute.
** Da schlägt mein Anthropologinnenherz höher.
Freitag, 17. April 2009
Whatever happened happened

Ben Linus, der selbst dafür sorgte, dass Sayid Jarrah zur Insel zurückgekommen ist, droht nun als 12-jähriger an der Kugel, die der zurückgekehrte Sayid, in seinen Körper geschossen hat, zu sterben. (An diesem Punkt muss ich sowohl das Fishbiscuitzitat aus dem letzten Beitrag als auch meine eigene "Ben brachte Jack und Co zurück damit er selbst getötet und zu den Anderen gebracht werden würde" Vorstellungen über den Haufen werfen. Ben wusste nicht, dass ein Teil der Besatzung in den Siebzigern landen würde. Mehr dazu in der nächsten recap.)
Juliet versucht Ben, dessen Zustand immer kritischer wird, zu retten und bittet schlussendlich Jack um Hilfe. Schließlich hat Jack schon einigen Menschen das Leben gerettet.
Moment.
Genau!

Jack hat vor zwei Staffeln Bens Tumor operativ entfernt. Und deswegen und aufgrund vieler anderer Dinge (Jack bewegt sich, so wie es aussieht klar aber sicher auf den Tiefpunkt seiner Heldenreise, auch bekannt als Mount Arschloch, zu. Ich denke mal, dass sich das ändern wird, wenn es in der sechsten Staffel endlich zum Stelldichein der Shephards auf der Insel kommen wird.) verweigert er nun jegliche Hilfe. So relativistisch und gleichgültig sich Jack hier verhalten mag, ist die Dynamik, die sich daraus für seine Figur entwickelt, sehr unterhaltsam.
Jack hat sich verändert. Die Erlebnisse auf der Insel und vor allem die drei Jahre in Los Angeles und in Fluglinien zwischen Sydney und Los Angeles haben etwas in ihm ausgelöst. Ich möchte nicht wissen, was die ganzen Pillen und der Alkohol, die er sich einflößt damit zu tun haben. Die glaubwürdige Veränderungen von Hauptfiguren ist in Serien nicht leicht zu konstruieren. Aber letztlich ist es vielleicht gerade das, was wir als Zuschauer an guten Serien lieben.
Im Gegensatz zu Kate, die, wie wir in dieser Folge erfahren, mit einer Mission zur Insel zurückgekehrt ist, wird Jack immer mehr (als alle anderen) zur Verkörperung des Serientitels. Wahrscheinlich haben Hurleys und Miles' Gespräche zur Zeitreise seinem Gefühl der Sinnlosigkeit aller Taten in diesem Zeitkreislauf den Rest gegeben. Jack wähnt sich idiotischer Weise auf der sicheren Seite, in dem er nichts tut.
Das Problem an dieser nihilistischen Einstellung ist offensichtlich jedoch, dass auch das Verweigern jeglicher Tat die Dinge verändert. Und so führt Jacks Verweigerung von Hilfe dazu, dass Kate mit Sawyers Unterstützung Ben zu Richard Alpert und den Waldmenschen* bringt.

Richard Alpert ist ein spezialgelagerter Sonderfall inmitten der skurrilen Fälle des sonderbaren Lost-Universums. Alles, was wir über ihn wissen ist, dass er keinen Eyeliner benötigt um als Mr. Friendlys Affäre durchzugehen, dass er in den 50 Jahren, in denen wir ihn auf der Insel und fernab von ihr gesehen haben, nicht zu altern scheint und dass er irgendeine besondere Position in dieser Gruppe von Menschen einnimmt, über deren Herkunft, Zweck, Bedeutung wir nichts weiter wissen, als dass sie stark mit dem Geheimnis und "Sein" der Insel, verknüpft ist**.
All das, was wir nicht wissen und das wenige Seltsame, das wir wissen führt zu dieser sonderbaren Ahnung, dass Richard Alpert der interessanteste, abgefahrenste und faszinierendste Charakter sein könnte, der einem je untergekommen ist (wenn wir denn wüssten, wer Richard Alpert überhaupt ist) . Hinzu kommt, dass Nestor Carbonell, die Rolle von Richard mit unglaublich viel Wärme spielt. Wobei es da auch unterschiedliche Facetten gibt. In der Folge, in welcher Juliet's Freund von einem Bus überfahren wird, nachdem sie als Ärztin angeheuert wird, waren meine Sympathiewerte für Alpert im roten Bereich.
Am Ende von Whatever happened happened jedoch hätte ich vor Richard Alperts väterlichem (und auch fatalem, was die Tatsache angeht, dass Ben nun immer einer der Ihrigen sein wird) Einsatz in die Knie gehen können.
Wer zum Teufel ist Richard Alpert!
Die Beantwortung dieser Frage muss zunächst mal hinten angestellt werden.

Dafür gibts in dieser Folge Antworten auf andere Fragen. Zum Beispiel, was mit Aaron passiert ist. "Whatever happened happened" erzählt nicht nur davon, wie sich Kate dem Schicksal von Ben annimmt, sondern auch, wie sie die Verantwortung für ein anderes Kind (die ihr auch nie wirklich übertragen wurde) abgibt. Kate nimmt Abschied von Aaron, dem sie seiner Oma, der Mutter von Claire und einstigen Affäre von Christian Shephard, übergibt.
Es mag auch mit meinem schlechten Gespür für das Erzählen von Geschichten zusammenhängen aber von meinen ausufernden gewaltverherrlichenden Vermutungen bezüglich dessen, was Aaron zugestoßen sein könnte, ist nichts eingetroffen. Zum Glück. Und die Tatsache, dass Kate schlicht und ergreifend so aufgelöst war als sie Jack darum bat nicht nach Aaron zu fragen, weil sie Aaron in die Hände seiner Großmutter gegeben hat ist ein Zeugnis für die Qualität und Tiefe dieser Erzählung.
*Warum ist Richard fast immer, wenn wir ihn irgendwo im Gestrüpp der Insel treffen, angezogen als käme er gerade von einer Familienfeier, während die anderen Anderen aussehen wie Germanen im Jahre null?
**Es wird höchste Zeit, dass wir mehr über die "Anderen" erfahren. Seit drei Staffeln sehen wir namen- und gesichtslosen Leuten zu, wie sie mit umgebundenen Kartoffelsäcken durch den Dschungel rennen, Leute kidnappen aber irgendwie doch nicht so schlechte Absichten zu haben scheinen. Und dann tauchen sie irgendwo in der uns bekannten Welt auf, sind Teil irgendwelcher Pharmakonzerne oder haben sich in ein New Yorker Hotel mit ihren Lustknaben eingemietet. Was ist da los?
Freitag, 10. April 2009
He's Our You

In dieser Folge treffen wir auf Mr. Oldham. Ein älterer Kauz, der in den Wäldern der Insel in einem Tipi haust. Zu seinem Inventar gehören außerdem ein Plattenspieler und ein Baum, an den nach Bedarf potentielle Lügner gefesselt und mit Wahrheitsserum entlarvt werden können.
Aber so interessant der Schamane aus dem Wald auch sein mag, belegt er doch nur ein Pronomen des Titels dieser Folge. Oldham ist unser Du, sagt Sawyer zu Sayid, womit er auf dessen berüchtigte Foltermethoden anspricht.
Sayid und seine mörderische Vergangenheit stehen im Zentrum dieser Folge.
Als kleiner Junge hat Sayid mal ein Huhn getötet. Und wenn man sieht und aus den vorherigen Staffeln weiß, welche Rolle physische Gewalt in seinem Leben weiterhin spielte, weiß man, dass das Töten des Huhns eine idyllische Szene aus einer schönen Kindheit auf dem Lande war. Und nichts weiter.
Darauf folgten Kriege. Sayid geriet zwischen die Fronten von Weltmächten und Ideologien. Und schließlich auch zwischen die Fronten zweier Männer. Benjamin Linus und Charles Widmore. Ben Linus benutzte Sayid Jarrah schließlich auf ähnliche Weise wie der amerikanische Geheimndienst und der irakische Staat es zuvor taten. (Wobei man sich nach dem Auftauchen von Radzinskys und Desmonds Zimmergenossen im Irak fragen muss ob Linus und Widmore nicht schon früher die Finger im Leben von Sayid hatten. Oder ob jemand nur mal wieder an irgendeiner Uhr gedreht hat.)
In einem Moment sehen wir, wie Ben Sayid manipuliert und dessen vermeintliches Talent Menschen zu töten für einen scheinbar guten Zweck ausbeutet. Im nächsten Augenblick steht Jarrah in einer Gefängniszelle der Dharmainitiative der 70er vor dem 12-jährigen Ben Linus, der ihm ein Sandwich vorbei bringt.
Für Ben ist Sayid der Erlöser, der ihm ein neues Leben ermöglichen kann. Sayid sieht in Ben den Mann, der sein Leben in ein Fegefeuer verwandelte.
In solchen Szenen zeigt sich die wirkliche Stärke von Lost. Neben all den Zeitreisen, Geheimnissen und Plottwists, die mein Gehirn regelmäßig in Aufruhr versetzen, sind es die Charaktere, ihre Abgründe, Hoffnungen, Zweifel, die dafür sorgen, dass all die Erzählkniffe nicht nur der Aufrechterhaltung des eigenen Spektakels dienen. Die Tragik, die in der Gegenüberstellung von Sayid und dem jungen Ben, der noch vor Sayids Augen von seinem Vater heruntergeputzt wird, liegt, ist stark und wahr.
Die Folge endet damit, dass Sayid Ben erschießt. Ich glaube ich habe, selbst in über 60 Stunden Six Feet Under und genau so vielen Stunden Tatort noch nie gesehen, wie ein erwachsener Mensch auf ein Kind schießt.
Die Szene ist nur schwer zu verkraften. Aber die Konsequenz der Erzählung schien diese Wendung zu fordern. Und die technische Frage, was mit Ben geschieht, da wir ihn doch als erwachsenen Mann kennen ist auch sehr interessant wird aber wohl erst in der nächsten Folge thematisiert.
Was gibt es noch zu dieser großartigen Folge zu sagen?
Die charakterzentrischen Episoden sind zurück. Naveen Andrews ist ein brillianter Schauspieler. Und in dieser Folge hat er endlich mal (wieder?)die Möglichkeit sein Können auszuspielen. Wie er an den Baum gefesselt hämisch lachend, den ungläubigen und unschuldigen Dharma-Arbeitern erzählt, dass er aus der Zukunft kommt ist vielleicht sein bester bisheriger Moment in der Show.
He's Our You ist eine grandiose Folge voller interessanter Fragen und Grenzüberschreitungen, die nicht nur die rein technischen Aspekte um Raum und Zeit in neues Licht setz sondern vor allem die moralischen Dilemmata zwei der interessantesten Lost-Charaktere auf geniale Weise unter die Lupe nimmt.
Die Folge fing einfach schon großartig an, als nach dem obligatorischen "previously on Lost" eine Szene gezeigt wurde, die schon drei gefühlte Staffeln her ist. Wo gibt es das schon?
Und hier noch ein tolles Zitat von der besten Lostanalytikerin des Webs:
Ben made Sayid think he wanted to kill the people that Ben wanted killed and then he recruited Sayid to return to the Future Past where Sayid's revenge could damage Ben in such a way that he'd grow up to be the kind of man who would make Sayid want to kill the people that Ben needed killed.
Das klingt schlüssig. Oh Gott, ich liebe diese Show.
Meltdowns
Manche von Euch erinnern sich an Billy Bob Thornton vielleicht als den Ex von Angelina Jolie, einige kennen ihn aus Armageddon, anderen ist er aus Primary Colors, The Man Who Wasn't There oder Bad Santa ein Begriff und irgendjemand hat bestimmt auch schonmal von Billy Bobs Musikkarriere gehört. Thornton ist meiner Meinung nach ein wirklich guter und interessanter Schauspieler und was interessiert mich da schon seine "schwierige" Persönlichkeit. Eigentlich überhaupt nicht. Aber ich finde den folgenden Mitschnitt eines Promo-Auftritts seiner Band in einer kanadischen Radioshow einfach äußerst amüsant*. Take note, Joaquin Phoenix!
(Und ich bin nicht die einzige. Gestern Abend, als ich über Jeff Wells auf das Video stieß hatte es gerade einmal 310 hits. Inzwischen liegen die bei 500 000.)
* Und ebenso beschämend wie verwirrend. Ist Thornton ein Arschloch oder krank? Oder einfach nur high. Und weil Fragen von solcher philosophischer und existenieller Tiefe in diesem Video provoziert werden musste ich es einfach posten.
(Und ich bin nicht die einzige. Gestern Abend, als ich über Jeff Wells auf das Video stieß hatte es gerade einmal 310 hits. Inzwischen liegen die bei 500 000.)
* Und ebenso beschämend wie verwirrend. Ist Thornton ein Arschloch oder krank? Oder einfach nur high. Und weil Fragen von solcher philosophischer und existenieller Tiefe in diesem Video provoziert werden musste ich es einfach posten.
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