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Dienstag, 19. Februar 2019

LATE NIGHTS #2 [von 2014]


Willkommen zum zweiten Teil unseres dreiteiligen Features 
L A T E   N I G H T S, in dem wir weniger bekannte aber interessante US-Late-Night-Formate vorstellen. Heute mit einer Show, die lediglich neun Wochen lang produziert wurde und einem der ersten großen  Auftritte eines Comedians/Schauspielers, der ca.10 Jahre später mit "THE HANGOVER" einem größeren Publikum bekannt wurde: Zach Galifianakis
Passend zum Pianistenhobby des Hosts, hier unser Soundtrack zum Klicken beziehungsweise das Late-Night-Intro unserer Träume:



D A S  F O R M A T:
Auch bei „Late World with Zach“ sucht man den typischen Late-Night Schreibtisch vergebens. Die Studioästhetik offenbart vielmehr klassischen Minimalismus und gibt den Blick frei auf den Moderator/Host. 

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Zach Galifianakis begann seine Karriere neben frühen Engagements als Schauspieler als stand-up Comedian und machte mit oft anarchisch-absurd anmutenden sets, mal mit, mal ohne Klavier in der alternativen US-Comedy-Szene auf sich aufmerksam. Mit seinem von scheinbar wahllos-willkürlichem Humor, der häufig gewohnte Unterhaltungsstrukturen dekonstruiert ist Galifianakis tatsächlich in jedem Aspekt von „Late World“ wieder zu finden. Beziehungsweise gibt es außer den Interviews, die mal als Einspieler, mal im Studio stattfinden und diversen Skits (ebenfalls als Einspieler) und dem obligatorischen Eröffnungsmonolog (desöfteren am Klavier) keine wirkliche Formatierung außer dem Ton angebenden Humor und die Vorlieben von Galifianakis selbst. 
 Nicht das strukturelle „was“ ist das Entscheidende der 20-minütigen Sendung sondern das „wie“.  Die Show lebt von Ironisierungen, Fiktionalisierungen und Dekonstruktionen typischer Late-Night-Kontexte. Bevor wir dazu kommen, dass die lockere und ironische Ausrichtung und Struktur der Show (wir haben die Vermutung, dass es beispielsweise so gut wie keine Wiederholungen in den Skits/Segmenten gibt) eventuell einen Grund für die schlechten Einschaltquoten und baldige Absetzung der Show darstellte, müssen wir erst noch die wichtigere Frage klären: Warum sind die Skits an sich unfassbar lustig und grandios? Das Besondere an Galifianakis ist, dass seine Ironie eher selten Distanz und Kühlheit ausstrahlt. Zu Galifianakis' typischer Angstfreiheit gehört nicht nur, dass er sich über alles und jeden lustig machen kann sondern vor allem, dass er selbst das Opfer des skits ist. So funktioniert letztlich "Between Two Ferns" und so funktionieren viele der Skits in dieser Show. Es ist auch einer der Gründe, warum Galifianakis' Sketche mit Kindern so gut funktionieren

Gegen Ende ihrer kurzen Lebenszeit wuchs die Show in gewisser Weise nochmal über sich hinaus. So moderierte Galifianakis eine Show in einem öffentlichen Bus, eine weitere bei sich zuhause.
P R O G R A M M I E R U N G:
VH1 cancelte "Late World with Zach" laut wikipedia nach neunwöchiger Produktion. 

Dienstag, 26. Oktober 2010

Serie: BORED TO DEATH



BORED TO DEATH erfindet nicht das Rad neu, gehört aber zu den lustigsten Serien, die zur Zeit (übrigens von HBO, was so viel bedeutet wie freies Geleit für alle Wörter der englischen Sprache, den Konsum jeglicher -auch illegaler- Genussmittel und unverklemmter Umgang mit Nacktheit und Sexualität! Klingt gut, was?) produziert werden.

Das liegt in erster Linie an der genialen Paarung brillianter Figuren und Schauspieler.

Insbesondere die der drei Protagonisten: Ted Danson spielt George Christopher, den reichen links-liberalen Herausgeber eines "New Yorker"-artigen Magazins. Jason Schwartzman, sein Protégé ist der eigentliche Protagonist. Schwartzman spielt den Autor Jonathan Ames, der zu Beginn der Serie auf Craigslist eine Anzeige als Privatdetektiv schaltet. Zach Galifianakis ist der bester Freund von Jonathan und Zeichner des autobiographischen Comics Super-Ray. Alle drei stehen auf einer Neurosenebene mit sämtlichen Woody-Allen-Figuren.

Der Spaß in BORED TO DEATH besteht hauptsächlich darin George, Ray und Jonathan dabei zuzusehen, wie sie sowohl privat, auf ihrer Suche nach Liebe und Sex, als auch durch die Fälle, die Jonathan in seiner Tätigkeit als Privatdetektiv übernimmt, in Situationen geraten, denen sie einfach überhaupt nicht gewachsen sind.


Nehmen wir beispielsweise eine Situation in der kürzlich ausgestrahlten Folge THE GOWANUS CANAL HAS GONORRHEA. George (Danson) und Ray (Galifianakis) versuchen Jonathan (Schwartzman) mitten in der Nacht aus den Händen zweier Gelegenheitsganoven zu befreien. Die Verbrecher sind, wie alle Menschen in BORED TO DEATH ziemlich sympathisch und regelrecht bemitleidenswert. Auf jeden Fall besuchen Ray und der bereits leicht bekiffte George Gaststar Patton Oswalt (den meisten Deutschen wahrscheinlich als Spence in King Of Queens bekannt) in seinem Waffenladen und statten sich mit einer SEK-würdigen Schutz- und Angriffsausrüstung aus.


Dass sich hier zwei verweichlichte neurotische New Yorker, der eine Millionär, der andere Comic-Zeichner, bis an die Zähne mit Waffen ausstatten mit denen sie nicht im entferntesten umgehen können, gehört zu den typischen Kollisionen skurriler Gegensätze, die BORED TO DEATH so bezaubernd machen.

Rays und Georges Einsatz endet selbstverständlich desaströs und zu guter Letzt fahren alle drei samt den Entführern in deren Zipcar (eine amerikanische Mietwagenfirma) in die Vorstadt zu Jonathans (Schwartzman) Eltern, die ihren Sohn durch das Aushändigen eines Teils der geforderten Summe auslösen.


Dass Jason Schwartzman den intellektuellen Tu-Nichts-Gut verkörpern kann ist bei aller Freude, die seine Performance macht, ja keine Überraschung. Gleiches gilt für Galifianakis als den weinerlichen Schlub Ray.

Ted Danson ist dagegen (vielleicht weil ich Cheers nie gesehen habe) wirklich eine Offenbarung. George schwankt ständig zwischen dem nostalgischen Tiefsinn eines alternden Mannes und der kindlich naiven Unverfrorenheit eines bekifften Millionärs. Kombiniert man diese Figur mit der Welt von Ray und Jonathan, dann sind die Lacher, die ich gar nicht raus kriege aus meiner Kehle, weil ich gerade dabei bin von der Couch zu fallen, sozusagen vorprogrammiert.



Die Fälle, die Jonathan als Detektiv übernimmt sind meistens sehr einfache Aufträge und spielen obwohl sich immer wieder herrlich atmosphärische Ermittlungsszenen ergeben, eigentlich eine untergeordnete Rolle. Ähnlich wie die Frauenfiguren übrigens. Ich erinnere mich an das lesbische Veganer-Pärchen, das in der ersten Staffel mit Rays Samen Kinder zeugte und viele Sexualpartnerinnen und Freundinnen. In diesem Spektrum erschöpfen sich allerdings auch schon die Frauenrollen.

Aber ehrlich gesagt tut das dem Unterhaltungsgrad der Serie keinen Abbruch. In dieser Hinsicht problematisch sind eher die nicht sonderlich ausgeprägten Spannungsbögen. Die Schicksale der drei Hauptfiguren (die das Interessanteste an BTD sind) werden mit einer eigentlich unterhaltsamen Leichtigkeit erzählt, die jedoch hin und wieder zu Beliebigkeit führt.


Auch schwere Schicksalsschläge werden bei BORED TO DEATH nicht groß dramatisiert oder über-emotionalisiert. Leichtigkeit im Angesicht absurdester und lebensbedrohlichster SChrecken ist hier das Motto. Manchmal führt das aber auch dazu, dass ich nicht weiß ob ich eine Folge überhaupt zuende sehen muss.

Das Positive daran ist, dass ihr besten Gewissens anfangen könnt BORED TO DEATH zu schauen ohne den Sog des außergewöhnlich unterhaltsamen Erzählens großer serieller Fernsehdramen fürchten zu müssen.

BORED TO DEATH ist nicht etwas für Menschen, die auf der Suche nach der nächsten Krimiserie sind, in der jede Woche dasselbe geschieht. Die Serie ist jedoch ein Genuss für Freunde und Kenner des skurrilen Schwachsinns und Menschen, die sich an der täglichen sympathischen Niederlage und dem Scheitern des (oder anderer) Menschen erfreuen können.

Es gibt übrigens noch etwas, das BORED TO DEATH so unwiderstehlich macht. Gastauftritte, die wirklich zum Niederknien sind. Oliver Platt. John Hodgeman. Kevin Bacon. F. Murray Abraham. Jim fucking Jarmusch...

Jim Jarmusch, der auf einem Bonanzarad durch ein leeres Loft fährt? Wie aus einem Traum. Bei BORED TO DEATH wird es für einen Moment Realität.

Fazit: Geilster Scheiß!

Super-Trivia für Smalltalk-Situationen auf den Straßen Brooklyns oder Delmenhorsts: Jason Schwartzmans Noir-Autor ist das Alter Ego des Autors und Erfinders der Serie Jonathan Ames.

Dienstag, 16. Juni 2009

Kleinigkeiten #2

# Stephen Colbert hat seine Show letzte Woche unter dem Namen Operation Iraqi Stephen in Baghdad aufgezeichnet, wo er an vier Abenden vor den amerikanischen Streitkräften auftrat.
Stephen Colbert ist ein Satiriker/Comedian/Schauspieler, der in seiner Nachrichtenparodie "The Colbert Report" einen Ultrakonservativen Pundit mimt. Was passiert, wenn man dieses Konzept nun vor die Nase von vierhundert Soldaten setzt ist ein satirischer Balanceakt auf einem Stück Nähgarn. Aber es war bewegend, traurig, sehr lustig und irgendwie richtig (und) gut. Auch wenn seinem Auftritt dort letztenendes natürlich doch etwas Kriegsaffirmatives anhaftet.
Man kann sich selbst eine Meinung bilden in dem man sich seine Show hier oder dort umsonst anschaut.

The Colbert ReportMon - Thurs 11:30pm / 10:30c
Operation Iraqi Stephen - Mysterious Trip
www.colbertnation.com
Colbert Report Full EpisodesPolitical HumorStephen Colbert in Iraq


The Colbert ReportMon - Thurs 11:30pm / 10:30c
Operation Iraqi Stephen - Sign Off - Honey, I'm Coming Home
www.colbertnation.com
Colbert Report Full EpisodesPolitical HumorStephen Colbert in Iraq




# Jorge Garcia ging zusammen mit Rian Johnson zur Schule? Crazy.

# Schon als Single hat das Leben die Tendenz zum unvorhersehbaren Chaos auf allen Ebenen. Zu zweit zu leben ist nicht unbedingt einfacher, habe ich gehört, bzw. rede ich mir jeden Abend ein, wenn ich allein mit einem Bier vor der Glotze sitze. Vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass ein Mann und eine Frau, die ich ein Großteil meiner Kindheit sehr gut kannte, nicht mehr zusammen sind. Ich hätte heulen können als ich das hörte und fühlte mich dadurch wie eine 10-jährigen die zum ersten Mal mit der Realität einer scheiternden Beziehung konfrontiert wird. (Und ich hatte wieder dieses großartige Lied von Reinhard Mey im Kopf.)
Menschen verändern sich. Menschen leben sich auseinander. Aber was in diesen Dörfern an spontanen Partnertauschaktionen und In-Flagranti-Peinlichkeiten vor sich geht könnt ihr Euch in Euren kühnsten Träumen nicht vorstellen.
Hier eine schöne kurze story auf npr über ein Paar, was 60 gemeinsame Jahre hinter sich hat.

# Conan O'Brien ist eigentlich nichts weiter als ein Nebendarsteller in Super Mario Bros..

# Wer hätte gedacht, dass Zach Galifianakis nachdem ich das Video von ihm gepostet habe auf diese Art und Weise durchstarten würde? Dass Galifianakis nun ungefähr 1 Millionen Menschen mehr bekannt ist als noch vor einer Woche liegt logischerweise nicht an meinem letzten Post (Hohoho) sondern an dem Box Office Smash (weiß auch nicht, was dieser Zusatz soll aber klingt irgendwie aggressiv-bombastischer)-Hit The Hangover. Und weil Comedycentral nun gemerkt hat, dass sie auch mal Shows mit Galifianakis produziert haben und damit jetzt ein bisschen angeben können haben sie folgendes hübsches Video gepostet.

Jokes.com
Zach Galifianakis - Before the Hangover
dians.comedycentral.com
Joke of the DayStand-Up ComedyFree Online Games


# Wer jetzt immer noch Interesse an Zach G. hat der sollte unbedingt diesen Artikel in der New York Times lesen:
http://www.nytimes.com/2009/05/31/magazine/31Galifianakis-t.html


# Oh Gott, dieser Trailer ist so furchtbar, dass ich ernsthaft in Erwägung ziehe das Buch, was jeder so großartig findet und das seit Monaten ungelesen in meinem Schrank liegt nicht mehr anzurühren.

# Irgendwie tat es mir immer Leid, dass ich nie mehr als zwei halbe Folgen von Josh Friedmans Terminator-Show gesehen habe. Bevor er für Fox The Sarah Connor Chronicles machen durfte, produzierte Friedman in sehr unregelmäßigen Abständen die besten Artikel des ganzen Intermultiversum. Jetzt wurde seine Show gecancelt. Und wer einmal wissen wollte, was diese ganz besondere Form der Arbeitslosigkeit bei einem Drehbuchautor auslöst, der sollte sich unbedingt Friedmans Artikel "Boy In The Bubble" durchlesen. Hier ein kleiner Auszug:


>> Everyone says having your show cancelled is like a death but I've been dead before and at least when you're dead you don't get thrown off the Warner Bros. lot for haunting your old parking space. They probably mean it's like the death of a friend or a family member but that shit only hurts when it's YOUR friend or family member and even then it's mitigated by age, lifestyle and whether that person was a Hollywood friend or a real one and whether that family member left you money.

Losing your show is more like a surprise divorce where you get served papers in the morning and your (ex)wife is fucking Human Target by three in the afternoon using the same time slot your child was conceived in and also where she did that one thing that one time on your birthday.

People say the bright side to losing your show is gaining time to spend with your family but I'm pretty sure that waking up next to your ex-showrunner spouse whom you haven't seen for two and a half years is pretty close to waking up next to that special someone you met the night before at Carlos n' Charlie's in Cancun on Spring Break.<<

Den ganzen Eintrag gibt's hier: http://hucksblog.blogspot.com/2009/06/boy-in-bubble.html


# Jar Jar Binks wird zehn. Manch einer mag denken, wer ist Jar Jar Binks? Eine neue Fruchtgummisorte? Andere fühlen sich vielleicht an ihre galaktische Vorfreude und die Enttäuschung erinnert, die sich 1999 wie ein schwarzes Loch in ihnen auftat. Jar Jar Binks ist zum Synonym für die Enttäuschung nostalgischer Erwartung im Filmbereich geworden. Mein Jar Jar Binks-Moment war im letzten Mai, als ich Indiana Jones als verheirateten Mann aus dieser Kirche in sein langweiliges bürgerliches Leben laufen sah und realisierte, dass die aufregendste und originellste Actionszene in diesem Film zeigte, wie Indy in einem Kühlschrank durch die Luft fliegt. Vielen Dank.
Drew McWeeny hat die nostalgischen Bedürfnisse und ihre Enttäuschungen mal ein bisschen unter die Lupe genommen und herausgefunden, welches Problem wirklich hinter Jar Jar Binks steckt... Äußerst lesenswerter Artikel:
http://www.hitfix.com/blogs/2008-12-6-motion-captured/posts/2009-5-19-jar-jar-binks-is-ten-years-old-today

# Wer noch nicht die Tage bis zur Septemberveröffnetlichung von Pixars "UP" zählt sollte sich diese Kritik durchlesen.

# Futurama ist zurück mit echten neuen Fernsehepisoden.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Die schlechten Nachrichten zuerst. *UPDATED*




Eine Film über Chihuahuas in Beverly Hills ist die Nummer eins in den USA, eine debile Frau aus Alaska kandidiert als Vize-Präsidentin, George Lucas verkündet, dass Indy V eine Möglichkeit ist, der FC Bayern ist so schlecht wie schon seit zwei Jahrzehnten nicht mehr, die CSU verliert die absolute Mehrheit, Isaac Hayes stirbt, Paul Newman stirbt, David Foster Wallace hält es auf diesem Planeten nicht mehr aus und erhängt sich, Bernie Mac macht sich auf den Weg zu den Sternen und die weltweiten Finanzmärkte brechen zusammen. ***edit: Deutschland wird von Vogelpest und Erdbeben heim gesucht.
Entweder sind wir in einem verrückten Paralleluniversum gelandet oder die Apokalypse steht kurz bevor.

Angesichts dieser Vermutung tröstet die Tatsache, dass in einem Tag die neueste South Park Folge legal online zu sehen sein wird. Und zwar genau hier.

Zur Überbrückung der Zeit noch ein paar weitere Bilder der totalen Zerstreuung:




The Great Schlep from The Great Schlep on Vimeo.

"Irgendwann kommt mal was raus!"

Somebody is fucking Matt Damon

Introducing: Zach Galifianakis