Aber zum Glück gibt es die unfassbar gute Musik von Bear McCreary. Heutzutage sind viele Fernsehsoundtracks ja nur noch eine Sequenzierung irgendwelcher Ambient ähnlichen Geräuschkulissen. Kann auch ganz nett sein. Hat aber bei Weitem nicht die Strahlkraft, Tiefe und Finesse von sowas hier:
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Mittwoch, 5. Oktober 2011
Mittwoch, 25. März 2009
Bye bye Battlestar: Islanded in a Stream of Stars

Diese Zeiten sind offensichtlich vorbei.
Auf der Galactica gibt es nichts mehr zu lachen. Höchstens der ein oder andere übertriebene melodramatische Augenblick, den die ausweglose Situation der Menschheit so mit sich bringt sorgt noch für unfreiwilliges Gelächter meinerseits.
An einigen Stellen von dieser Folge war ich ziemlich verwirrt, was den Zustand der Galactica betrifft. Meiner Auffassung nach war das Schiff kaputt und wurde deshalb mit der Hilfe von zylonischem Schleim wieder hergestellt. Die Farbe, die in Adamas Zimmer herum steht lässt darauf schließen, dass das Schiff so repariert werden konnte und demnach jetzt die Wände wieder angestrichen werden. Außerdem ist Anders teilweise mit dem Schiff verbunden und kann so als Hybrid das Schiff (da es mit Zylonenkleister durchzogen ist) steuern.
Und trotzdem gilt das Schiff aber noch als kaputt? (So kleine Sprachprobleme treten immer wieder mal auf.)
Wie gesagt. Ich war (und bin) verwirrt. Aber weiter im Text.
Islanded in a Stream of Stars ist eine Folge mit vielen großen Momenten (Tigh und Athena/8/Boomer/ die Kinderdarstellerin von Hera darf zum ersten Mal was machen und dann gleich Heulen bis zum Umfallen, Respekt/Roslin und Adama) aber irgendwie finden diese großen Momente nicht wirklich zusammen. Einige Szenen wirken kürzer als sie sein sollten. Andere kommen scheinbar unverhofft und unbegründet daher (Adamas 394ter Zusammenbruch in den letzten 10 Folgen und Lees und Karas Stelldichein an der Foto-Erinnerungswand ) oder enden äußerst abrupt ("Gaaaaiiuuus Baaaltaaar??").
Eventuell birgt vielleicht folgendes Zitat von Komponist Bear McCreary einen Grund für so manche logisch und ästhetisch (Naja. Eddie Olmos ist vielleicht auch nicht der geübteste Regisseur) abrupt erscheinende Szene:
One of the biggest challenges of Islanded was actually scoring two different versions of it. In addition to the version you just watched, I also scored an extended version for the DVD release. Not only are many of the dialog scenes expanded, but there are several scenes that were cut entirely from the show that required substantial original music. One of these scenes established that Tyrol is now in the brig for his role in Boomer’s escape and kidnapping of Hera. I was disappointed that this story point was cut from the episode, since Chief’s arc last week was so emotionally powerful. (Bear McCreary)
Na großartig. Ich glaube allerdings, dass nur ein Teil der Defizite in den jüngsten Folgen auf die verschiedenen Fassungen zurückzuführen sind.
Roslins monologischer Einwurf über die Bedeutung von Heimat ist definitiv eine Galactica-Sternstunde.Im Großen und Ganzen ist Islanded In A Stream Of Stars schwer damit beschäftigt die Konstellationen und Spannungen für das Ende vorzubereiten. Interessant ist es, zu sehen, wie sich in dieser Folge der Eindruck einer steilen Talfahrt für das Schicksal der Menschheit verstärkt. Es geht bergab. Und vielleicht sind diese letzten zehn Episoden einfach nur eine Chronik des Untergangs.
Wer nicht mehr ganz dicht ist und sich nochmal alle Kommentare zu den letzten zehn Folgen durchlesen will kann das gerne tun:
Wer nicht mehr ganz dicht ist und sich nochmal alle Kommentare zu den letzten zehn Folgen durchlesen will kann das gerne tun:
Folge 12: A Disquiet Follows My Soul
Folge 13: The Oath
Folge 14: Blood On The Scales
Folge 15: No Exit
Folge 16: Deadlock
Folge 17: Someone to Watch Over Me
Folge 18: Islanded In A Stream Of Stars
Folge 19: Daybreak I
Folge 20: Daybreak II
Freitag, 20. März 2009
So say we all ...
Heute Abend werden die letzten Momente von Battlestar Galactica ausgestrahlt. Ich bin natürlich nicht da. Bis Sonntag (Hallo Einbrecher.). Aber dann lad ich in Megageschwindigkeit alle Zusammenfassungen hoch, meide das Internet (Hallo Spoiler), spiel noch ein Trinkspiel um den Abschiedsschmerz zu mildern und zieh mir dann die 2 Stunden und 11 Minuten des Finales rein.
So say we all !
So say we all !
Mittwoch, 18. März 2009
Someone to Watch Over Me

Keine falschen Hoffnungen, bitte. Dieser Eintrag ist einfach nur dazu da, die Continuity aufrecht zu erhalten. Ich fand Someone to Watch Over Me ziemlich klasse. Aber die Begeisterung lässt sich oft schwerer erklären als die Enttäuschung. Deswegen poste ich erst einmal ein paar zerhackstückelte Gedanken. Vielleicht habe ich später nochmal Zeit ein bisschen Zusammenhang und Ordnung da hinein zu bringen:
* In den 40 Minuten von Someone to Watch Over Me war ich größtenteils einfach nur begeistert von dem schönen Klavierscore, überwältigt von Starbucks existentieller Krise und besorgt um die Naivität von Tyrol. Toll.
* Die Montage der ersten fünf Minuten ist einfach großartig. Und die Tatsache, dass Moore & Co drei Folgen vor Schluss noch einmal so das Tempo rausnehmen um sich in dieser Intensität auf einen einzelnen Charakter (+ Boomer) zu konzentrieren beweist mindestens mal zwei mächtige Eier in der Hose.
* Von Personen, die sich in der letzten Szene eines Films oder einer Serie als unsichtbar und imaginiert herausstellen halte ich eigentlich nicht viel. Dieses Stilmittel wird langsam zum Equivalent des unsäglichen "Alles nur geträumt". Aber die eigentliche Enthüllung war ja nicht der vorhersehbare Anti-Twist, dass der Klavierspieler nur in Starbucks Kopf existiert sondern, dass es sich dabei um Starbucks Vater handelt und dass dieser anscheinend der Bob Dylan Capricas war.
* Die Storyline um Boomer ist schockierend und brutal aber aufgrund der Kompromisslosigkeit eben auch sehr gut. Obwohl hier ausnahmsweise die Theorie einer Bekannten von mir bestätigt wird, dass die Frauenfiguren von Battlestar Galactica allesamt manipulative bösartige Herrscherinnen seien*.
Ich wünsche sowieso jedem, der über den Battlestar Galactica-Suchbegriff auf diesem Blog landet, dass er/sie nicht lange hier bleiben muss, sondern das wirklich Gute liest, was zu diesem Thema im Internet so geschrieben wird. Der beste Ausgangspunkt all das zu finden ist galacticasitrep.blogspot.com. Ich habe keine Ahnung was das bedeutet, aber der Blog ist einzigartig.
Zwei andere Orte, die die Anlaufpunkte Numer 2 und 3 für jeden sein sollten, der nur noch frak statt fuck sagt, sind Mo Ryans tolle Zusammenfassungen und Interviews zu jeder Battlestar Folge (wie auch zu ebendieser hier) auf ihrem Fernsehblog der Chicago Tribune und Bear McCrearys phänomenale Dokumentation seiner Kompositionen zu jeder Folge auf seinem Battlestar Blog. Viel Spaß damit.
* Diese Theorie ist natürlich Unsinn. Die Frauen in Battlestar Galactica sind einfach ganz normale unterschiedliche Menschen. Im Gegensatz zu vielen eindimensionalen Entschuldigungen für lächerliche Liebesgeschichten in anderen Fernsehserien.
Samstag, 14. März 2009
Bye Bye Battlestar
Der fast schon legendäre Soundtrack von Bear McCreary ist eine dieser sehr eigensinnigen und immer wieder überraschenden Zutaten von Ron Moores Battlestar Galactica Reimagination. Es dürfte außerdem die einzige Musik einer Fernsehserie sein, die live aufgeführt wird.
Wenn ich McCreary dank youtube auf der Bühne die Musik dieser Show performen sehe und höre, dann ist das für mich auch ein Zeichen für den Glücksfall an Bündelung künstlerischer Energien, der hier vorliegt. All die Autoren und Produzenten, die Schauspieler, Effektzauberer, Tonkünstler und eben Musiker, deren Talente, Leidenschaft und Arbeit hier zu einem großen kommerziellen Kunstwerk und einer epischen Erzählung verschmolzen sind...
Die oben gepostete Aufnahme stammt von einem Auftritt anlässlich des 30. Geburtstages von McCreary. Zusammen mit seinem Bruder interpretierte er da die Version von Dylans All Along The Watchtower, die am Ende der dritten Staffel in die Mythologie und Musik der Show eingeflochten wurde.
In der vorletzten Episode Someone to watch over me (eine der großartigsten Folgen mit einem Score, der zum größten Teil aus Klaviermusik besteht. Bear McCrearys mehrteiliger Blogeintrag zu seiner Arbeit ist auch sehr interessant) wurde ein wenig klarer, wie dieses Lied in die Show bzw. die Welt von Battlestar Galactica gekommen ist.
So. Und jetzt geh ich mal ganz fix Islanded in a Stream of Stars anschauen. Juhuuu.
Dienstag, 17. Februar 2009
Sonntag, 8. Februar 2009
No Universe For Old Men

Zarek und Gaeta haben einen Coup angezettelt. Und ein schockierend großer Teil der Galactica-Crew hilft ihnen bei der Ausführung. THE OATH erinnert ein bisschen an die herrliche Boxfolge UNFINISHED BUSINESS aus der dritten Staffel, in der auch alte Streitigkeiten und persönliche Traumata eine große Rolle spielten. In dieser Folge wünscht man sich allerdings die geordneten Verhältnisse eines Boxrings wieder herbei, so gewalttätig, anarchisch und wütend geht es auf der Galactica zu.

Nicht nur haben Adama und Roslin endlich miteinander geschlafen und sorgen so für ein bisschen Glück inmitten des Chaos'. Die Tatsache ihrer Zusammenkunft führt auch endlich mal wieder zu einem großen Lacher und einer herrlich lustigen Situation bzw. zu einer großen Szene für Michael Hogans allein stehendes Auge.Apropos Michael Hogan. Seine Darstellung des Col. Tigh wird für mich immer mehr zur absoluten Entdeckung der Serie. Fast scheint es in The Oath, als ob Tigh durch die Gewissheit über seine eigene und Ellens weit zurückreichende Geschichte so eine Art Erlösung gefunden oder Gnade erfahren hat. Auf alle Fälle scheint der leicht verbitterte Alkoholiker Tigh, den wir am Anfang der Serie kannten sowie jener Tigh, der von Adama getrennt auf New Caprica sein Auge und zum wiederholten Mal seinen Anstand verloren hat so integer und loyal zu sein wie niemals zuvor.
Und Michael Hogans tiefes Rumgemurmel, seine Mimik und vor allem das Lachen sind einfach nur ein Traum.


OOOOhhhhh! GAAEEEETTAAAAA :( !!!!Bei aller Wut auf Gaetas Bösartigkeit muss man sich allerdings auch die Frage stellen, warum Mobiltelefone auf Caprica niemals zum großen Verkaufsschlager wurden. Man wünscht sich in dieser Szene auf jeden Fall sehnlichst Bill Adama hätte ein iphone in der Tasche.
Die Folge hat eine großartige Dynamik und Geschwindigkeit. Und das Ganze wäre perfekt, wenn sich nicht alles nur um das nackte Überleben drehen würde (Früher ging es immer um mehr. Um den großen Zusammenhang. Um Schicksal. Um die Frage, was einen Menschen ausmacht. Um das Bewahren von Moral und Anstand. Wobei letzterer Aspekt in der Folge durchaus seine Momente hat. Aber ansonsten ist nicht mehr viel von der epischen Breite der Serie zu spüren.) und die Charaktere nicht das reboot ihrer selbst wären.
Und trotzdem ist es gut in kleinen Blick- und Wortwechseln immer wieder zu spüren, wie kompliziert die Situation an Bord des Schiffs tatsächlich ist. Und wie problematisch die Beziehungen sind, welche diese Situation herbei geführt haben. Wenn Gaeta Bill Adama mit Gewalt aus seinem Amt enthebt ist das nicht die Tat eines Bösewichts. Es ist das Leid, was einzelnen Menschen, wie bspw. Gaeta widerfahren ist und die Art und Weise wie diese damit umgehen, das hier zum tragen kommt. Trotz allem was der Serie in den vergangenen Folgen wiederfahren ist, ist immer noch eine Restresonanz mit vielen Charaktern geblieben. Es reicht zumindest aus um viele Szenen der Konfrontation in dieser Folge den vielfältigen emotionalen Widerhall zu geben, den sie benötigen.
Baltar wurde ja in den vergangenen Episoden ganz schön ausgespart. Hier sehen wir ihn wieder in seiner puffartig eingerichteten Abstellraumkapelle. Zu beachten sind vor allem seine Musen, die doch irgendwie nicht zufällig an neu-testamentliche Frauenrollen erinnern.
Ich dachte Lee sei der große Aussöhner und dann macht er auf einmal Stimmung gegen die Zylonen. Mich überrascht eher, dass die moralischen Legitimationen von Zareks und Gaetas Handlungen im Internet so angeregt diskutiert werden. Für mich war es eigentlich klar, dass die beiden sich im Unrecht befinden. Mal ganz abgesehen davon, dass sowohl Roslin als auch Adama viel Mist gebaut haben, ist es, wie im Prozess gegen Gaius Baltar deutlich wurde, mit der Gerechtigkeit und Legitimation nicht mehr so weit her in dieser Zivilisation oder Gang der Flotte, wie Lee zu sagen bevorzugt. Die Allianz mit den Zylonen stellt meiner Auffassung nach die einzig vernünftige Perspektive für die Menschheit dar.Es wird in letzter Zeit immer wieder bemängelt, dass der Plot den Unterschieden von Zylonen und Menschen nicht weiter auf den Grund geht. Da wir allerdings nur die Sichtweise und den Wissensstnad der sich im Unklaren befindlichen Protagonisten als Ausgangspunkt kennen, ist die Unkenntnis der Unterschiede eben der vom Plot und der Erzählweise diktierte Status Quo. Zudem gehört es doch zur tieferen Bedeutung der Problematik des Mensch-Maschinen-Verhältnisses, dass die Gemeinsamkeiten und Unterschiede nicht ganz geklärt sind. Ja, das Geheimnis um die Unterschiede ist ja geradezu das, worum es eigentlich geht. Und wie will man die Unterschiede erläutern, wenn uns selbst nicht 100 prozentig klar ist, wie unsere eigenen menschlichen Entscheidungsprozesse und Gefühle funktionieren?
Ich verstehe nicht wie das Einsperren der Zylonen als irgendetwas anderes als rassistisch gesehen werden könnte.
Gaius Baltar kommt wieder zum Einsatz und flieht mit Roslin, Lee, Starbuck und Tyrol von der Galactica. Ausgerechnet die alten Säcke Adama und Tigh bleiben zurück um zu retten was zu retten ist. Ich halte das für aufopferungsvoll genug und würde es der Plausibilität wegen bevorzugen wenn sich beide nicht ohne jegliche Deckung mitten in die Schusslinie stellen würden bevor die Folge zuende geht. Aber gut. Nur hoffe ich, dass das nicht dazu führt, dass Tigh eine Kugel abbekommt. Und ich hoffe auch nicht, dass Ron Moore sich zum Ziel gesetzt hat den Realismus der Serie damit zu unterstreichen bis zum Ende der Serie so viele Protagonisten wie möglich sterben zu lassen.[Batttlestar Galactica S04/E13 THE OATH ]
[E11 &12 SOMETIMES A GREAT NOTION & A DISQUIET FOLLOWS MY SOUL]
Mittwoch, 28. Januar 2009
Battlestar Galactica - die letzten zehn : "Sometimes A Great Notion" & "A Disquiet Follows My Soul"

In einigen Wochen wird das letzte Kapitel von Battlestar Galactica erzählt worden sein und eine der besten Serien aller Zeiten (in aller Fairness: die Fernsehgeschichte ist noch nicht allzu alt) damit zu Ende gehen. Aber bis dahin sind es noch 10 Episoden und ich werde versuchen, so gut es geht, zu jeder einzelnen von ihnen hier einen mehr oder weniger sinnvollen Kommentar abzugeben.
BSG ist nun schon seit zwei Wochen zurück auf dem Schirm und meine Nachträge hinken somit jetzt schon hinterher. Das liegt zum einen daran, dass ich ein Wochenende auf Cloud Nine verbracht habe und es somit etwas länger dauerte bis ich die Folge (neue Episoden kommen immer freitags) auf meinem Rechner hatte.
Und zweitens empfand ich es nach der etwas verstörenden ersten Folge, die einen starken Bruch in der Entwicklung vieler Charaktere und der gesamten Storyline darstellte, für ganz gut abzuwarten, in welche Richtung sich die Dinge weiterentwickeln würden.
Es gibt Momente in "Sometimes A Great Notion" (die Folge von vor zwei Wochen), in denen der gewaltige Berg an Lethargie, Alkoholismus, Verzweiflung und selbstzerstörerischer Energie droht die Glaubwürdigkeit der Erzählung von Battlestar Galactica unter sich zu begraben.
Das mag unter anderem daran liegen, dass die schockierende Entdeckung des Zustands der "Erde" für uns Zuschauer schon ein halbes Jahr her sind.
Als wir die Crew der Galactica zum letzten mal sahen standen sie auf dem Planeten, den sie seit der ersten Staffel suchen um festzustellen, dass er, ebenso wie ihre eigene nuklear verseuchte Heimat, vor längerer Zeit, von einer geballten Ladung atomarer Sprengkraft zerstört wurde.
Doch damit nicht genug, deuten mehrere Anzeichen (unter anderem Knochenanalysen von Gaius Baltar- Moment mal, ist sein neue Beschäftigung nicht der Jesus der Flotte? Warum taucht er auf einmal wieder als Wissenschaftler auf?) darauf hin, dass die Bewohner der Erde, die eigentlich als Vorfahren der heutigen Menschen (im BSG-Universum, versteht sich) gelten, allesamt Zylonen waren. Ja. Oh frak.
Diese Information bleibt natürlich erst einmal geheim. Aber Ltd. Dualla scheint irgendetwas zu ahnen. Oder vielleicht war die Hoffnungslosigkeit der zerstörten Prophezeihung und Erde auch nur ein bisschen zu viel für sie. Auf alle Fälle gönnt sie sich noch einen letzten schönen Abend mit ihrem Ex-Mann Apollo (der eine der besten Atheismusbekundungen abliefert, die ich je gehört habe) und gibt sich dann die Kugel. Das ist nicht metaphorisch gemeint. Dee bringt sich tatsächlich mit einem Kopfschuss um.


Roslin und Adama sehen sich damit konfrontiert den Menschen, denen sie während der Flucht vor den Zylonen Hoffnung auf eine neue Heimat gemacht haben, erklären zu müssen, dass all der religiöse Firlefanz auf dem diese Hoffnung basierte, worin Roslins vermeintlich prophezeite Position als sterbende Anführerin mit eingeschlossen ist, höchst wahrscheinlich nichts als Lüge und falscher Glauben war.
Währenddessen findet Starbuck ihren eigenen toten Körper im Gestrüpp der zertstörten Erde, was selbst creepy Leoben ein bisschen zu viel ist. Ich fand es war einer der stärksten und überzeugensten Momente der Folge. Wahrscheinlich spricht dieser Aspekt für sich.

An Board der Galactica herrscht ein Gefühl von Chaos, was nicht unbedingt dadurch gemildert wird, dass Adama besoffen ist und kurz vor dem totalen Zusammenbruch steht, als er der toten Dee einen letzten Besuch abstattet oder Saul Tigh und sich selbst eine Waffe an die Schläfe hält.
Als Adama in einer der früheren Folgen der vierten Staffel auf einmal innerhalb weniger Stunden zum Alkoholiker wurde nachdem er feststellte, dass sein Freund und Kollege Saul Tigh ein Zylon ist, fand ich das schon ziemlich daneben (wer bekam nicht einen Lachanfall, als Lee seinen total zerstörten Vater unter die kalte Dusche schleppte).
Auch wenn die Enttäuschung der zerstörten Erde ziemlich schockierend ist waren die letzten Jahre in der Flotte auch nicht viel besser. Und da hat sich Bill als Ausdruck seiner Verzweiflung höchstens mal einen Schnauzbart wachsen lassen oder sein Schiffsmodell vom Tisch gestoßen und ein bisschen geweint.

In "Sometimes A Great Notion" (der Titel spielt auf den gleichnamigen Roman an) ufert sein plötzlicher Alkoholismus endgültig ins Unglaubwürdige und Lächerliche aus. Das hat vor allem mit der geballten Ladung an Apokalypse zu tun, die hier innerhalb von 40 Minuten am Beispiel von einigen der Protagonisten abgespielt wird. Der Moment, in dem Gaeta mit seinem zylonesque anmutenden Bein (ich würde ja die Hose über die Prothese tragen, aber bitte.) in die Kabine humpelt nachdem sich Dee erschossen hat, oder wenn Anders sich an seine Vergangenheit als Bob Dylan-artiger Rockstar erinnert (für mich einer der Tiefpunkte der gesamten Serie), sind einfach zu viel, egal ob holprige Inszenierungsfehler oder wenig überzeugende Erzählstränge.
Ich musste echt einige Male laut und schmerzhaft auflachen. In einer der Szenen, in denen Adama so verdammt betrunken ist und Eddie Olmos verzweifelt die Zähne fletscht wie ein prehistorischer Säbelzahntiger und seinem Mund nur noch ein unverständliches dunkles Surren entweicht, hatte ich das Gefühl, dass hier etwas verdammt schief läuft.
So schief, dass die Verhaltensweisen der Charaktere, die mir über dreieinhalb Staffeln hinweg durch ihre Tiefe und Mehrdimensionalität ans Herz gewachsen sind, fremd und unerklärlich erscheinen und die Serie vollkommen von dem abweicht, was sie einmal gewesen ist.
Das letzte Mal hatte ich dieses Gefühl als ich während des letzten Indyfilms merkte, dass der Film zuende ging und Indys Kühlschrankflucht die originellste und beste Szene des Films gewesen ist.
Obwohl die Intensität an vielen Stellen der ersten Folge etwas unbegründet ist sorgt sie doch für eine wirklich düstere Grundstimmung, die die Folge in gewisser Hinsicht zu dem endzeitlichsten macht, was ich seit Wolfgang Lipperts Vertonung ostdeutscher Kriminalfälle im Fernsehen gesehen habe.
Nun gehört es ja zu den Stärken von Fernseherzählungen wie LOST oder BATTLESTAR GALACTICA, das sie sich ständig in neue Richtungen entwickeln. Und nach dem Vorfinden der zerstörten Erde und der Gewissheit, dass der Glaube, an dem man sich jahrelang gehalten hat obsolet geworden ist, befindet sich die Erzählung zwangsläufig auf einem neuen Weg.
Auch als sich die Flotte zu Beginn der dritten Staffel auf NEW CAPRICA niedergelassen hatte gab das der Serie eine vollkommen neue Perspektive. Und dennoch fühlte es sich als logische Fortsetzung dessen an, was bisher geschehen war. Und nicht wie der Start einer neuen Version der Serie.
Zum Glück reißt sich Adama in der zweiten Folge ein wenig zusammen. Er ist nicht mehr ständig betrunken und hebt außerdem den Müll auf,
den seine Soldaten auf dem Schiff hinterlassen.
Dies lag vor allem daran, dass die Charaktere trotz zunehmender Komplikationen und so mancher überraschenden Entscheidungen weiterhin vertraut schienen. Das, was sie taten, war angesichts der Umstände angemessen. In der vierten Staffel haben sich die Hauptcharakter (Starbuck, Lee, Roslin, Bill, etc) samt ihrer Motivationen und Probleme vollkommen verändert:
Lee wurde vom Soldat zum Politiker, Tigh zum Zylon, Tyrol zum Zylon, Anders zu Zylon, Ellen Tigh zur Zylonin, Adama zum Alkoholiker, Roslin von der Gläubigen Anführerin zur ungläubigen sterbenden Frau, Baltar war einst ein Wissenschaftler mit Visionen und einem schwachen moralischen Kodex und ist nun ein Prediger des Monotheismus.

Und dann ist da noch Starbuck, die irgendwann mehr oder weniger suizidal in einen kosmischen Maelstrom flog, daraufhin auf der Erde starb und etwas verwirrt und mit einer ziemlichen Persönlichkeitsveränderung wieder in der Flotte auftauchte. Niemand weiß wer oder was Starbuck jetzt ist. (Außer Ronald D. Moore, hoffe ich.)
Die Menschheit steht zu Beginn der letzten zehn Folgen an einem Scheideweg. Nicht nur in einem kollektiven sondern insbesondere einem individuellen Sinn. Und so sieht jeder der Protagonisten mit der Relativität und Zerstörung der eigenen Identität konfrontiert.
Eigentlich liegt die Stärle von BSG gerade darin, Katastrophen epischen Ausmaßes auf die Ebene der Probleme einzelner Charaktere herunter zu brechen. Doch gerade das heißt auch, dass die Serie ein großes Maß an ihrer Qualität einbüßt, wenn die Verhaltensweisen der Charaktere nicht mehr zuzuordnen und zu verstehen sind.
Und trotz dieser Probleme ist SOMETIMES A GREAT NOTION immer noch ein sehr gutes Stück Fernsehunterhaltung. Weil es, auch wenn die Verbindungen nicht so deutlich sind, wie sie es sein sollten, trotz Allem Teil dieser wunderbaren großen Erzählung Battlestar Galacticas ist. Und entgegen aller Kursänderungen sind diese 40 Minuten auch immer noch ein Beispiel der eher besseren Fernseh-Science-Fiction, die die grundlegendsten Situationen menschlicher Existenz auf unvergleichlicher Weise erzählt und bebildert.
A DISQUIET FOLLOWS MY SOUL verdeutlicht nochmal die Entwicklung der BSG-Geschichte in eine neue Richtung und macht diese durch gute Dialoge und glaubhaftere intimere Momente mit den dennoch weiterhin etwas fremden Charakteren auch ein bisschen nachvollziehbarer. Dennoch lässt sich das Gefühl nicht abschütteln, dass das nicht Battlestar 4.5 sondern 2.0 oder sowas ist und irgendwie die Verbindung zu den Charakteren und Erzählsträngen fehlt, die in den 50 vorherigen Episoden eingeführt wurden.
Die Folge an sich ist zum Glück um Einiges geradliniger geschrieben als ihre Vorgängerin. In der Story verhärten sich die Fronten zwischen den Zylonen und Menschen in der Flotte. Während auf persönlicher Ebene von maschineller Abstammung ungebtrübte Nächstenliebe angesagt ist (alle sind lieb zu Six und ihrem sich in der Entstehung befindlichen Baby, Tyrol ist lieb zu Hot Dog Olmos nachdem er ihm ein paar auf die Mütze gegeben hat weil er seine Ex-Frau geschwängert hat und die platonische Liebesbeziehung zwischen Tigh und Adama scheint wieder auf dem rechten Weg zu sein.) wehrt sich Tom Zarek gegen die Akzeptanz der Zylonen in der Flotte.
Und mal wieder lässt Adama einen amtierenden Politiker verhaften. Bei Gaeta kommt alles hoch: sein nicht mehr vorhandenes Bein, die Tatsache, dass ihn die Gruppe von Widerständlern (die zum großen Teil aus Zylonen bestand, welche Ironie) für seine Mittäterschaft auf New Caprica aus dem Airlock saugen lassen wollte, und vielleicht auch noch andere unterdrückte Gefühle.
Gaeta verhält sich so eigentlich ganz nach dem Vorbild seines ehemaligen quasi-Mentors Gaius Baltar, der sich ja auch immer wieder zu der ein oder anderen Machtgebärde hat hinreißen lassen ohne auf die Folgen zu achten und schlägt sich auf die Seite des Ex-Terroristen-inspirierenden Volkshelden Tom Zarek.
Ich hatte das Gefühl, dass die zweite Episode den Karren wieder ein wenig zurück auf die Schienen, wenn auch in eine vollkommen andere Richtung und mit völlig neuer Besatzung, gebracht hat. Wenigstens wurden solche drastischen Ausfälle wie in der vorherigen Folge vermieden.
Roslins Carpe Diem-Bekundung war wirklich ganz anrührend, ähnlich wie Starbucks kleiner agressiver Austausch mit Bionic-Gaeta und die Zeit, die Ronald D. Moore bei Adama in der (Dusch-)Kabine verbracht hat war auch ganz nett. Gut, Letzteres war im ersten Moment ein wenig schockierend weil ich nicht wusste wie weit Moore gehen würde.

Aber er beließ es glücklicherweise bei dieser einen Einstellung** !!!

Ach ja. Und dann noch dieser hier.
Was die nächste Folge (The Oath - Eine Anspielung auf Adamas Versprechen sich um das Wohl jeden Bürgers zu kümmern. Diese Problematik wurde in dieser Folge schonmal angesprochen als Chief Tyrol den Commander darauf aufmerksam machte, dass dies auch für die Zylonen in der Flotte gelten müsse.) betrifft, so fand ich die 30 Sekunden Vorschau eigentlich recht viel versprechend.
Es sieht ganz danach aus als ob die Fetzen, beziehungsweise Geschosse fliegen und Menschen mit Vätern und Kindern sich in Lebensgefahr befinden werden. Zumindest ist Letzteres das, worauf ich anhand des Ausschnitts ganz am Ende mit Lee Adama tippe. Und die Vater-Sohn Dramatik von Lee und Bill fand ich schon immer sehr reizvoll. Beziehungsweise ist die Eigenschaft Sohn von Bill Adama zu sein fast das Spannendste an Lee's Charakter. (Wenn man von den Gewichtsproblemen absieht.) Andererseits sollte Lee zu diesem Zeitpunkt nicht sterben und damit für eine weitere Adama-außer sich-Krise führen. Aber ich wünsche mir generell Momente, in denen man den Charakteren wieder ein wenig näher kommen kann.
Was BSG all die Staffeln über außerdem so stark machte war der Gedanke einer Art Mission und die dem dahinter stehenden Ziel entgegen gesetzte Realität der von moralischer und physikalischer Schwerkraft losgelösten Zivilisation oder Gang, wie es Apollo so treffen in Crossroads beschreibt.
Die Flotte befindet sich seit jeher in einer Situation der Heimatlosigkeit, geographisch, wie moralisch. Vielleicht wird in dem anstehenden Aufeinandertreffen der Pro- und Antizylonfronten wieder ein bisschen mehr von dieser Atmosphäre der Heimatssuche (wenn auch im übertragenen Sinne einer ethischen Heimat) der letzten Staffeln zu spüren sein.
Und wer das Gefühl hat zu viel zu erwarten, dem empfehle ich folgendes Zitat von Mark Verheiden, dem Autor von THE OATH:
>>THIS FRIDAY, "The Oath", my scripting swan song for Battlestar Galactica. Things get busy on Galactica as bullets start flying. Getting comfortable with the characters, feeling like you have a handle on where things are going? Watch out.<<
Mmhhjjjjjaaaa. Wie auch immer.
___________
*Noch schlimmer: Die Szene, in der Anders entdeckt, dass er wohl früher mal eine Art Bob Dylan war. Das war wahrscheinlich der Tiefpunkt der gesamten Serie.
**Adama die ganze Zeit beim Zähne putzen zuzuschauen reicht vollkommen.
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